Levodopa Bens Beta 100/25mg Tabletten

Patienteninformation für "Levodopa+Benserazidhydrochlorid?

1.Was ist "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? und wofür wird es angewendet?

1.1.Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?

"Levodopa+Benserazidhydrochlorid? enthält die Wirkstoffkombination Levodopa und Benserazid, eine Kombination aus der Gruppe der sogenannten Levodopa und Decarboxylaseinhibitoren.

Benserazid steigert die Wirksamkeit von Levodopa: Der sogenannte Dopaminagonist Levodopa wird durch den Decarboxylasehemmer Benserazid, der den Abbau von Levodopa hemmt, in seiner Wirkung verstärkt.

Diese Wirkstoffe werden bei Parkinsonscher Krankheit eingesetzt; weiterhin kann die Kombination beim sogenannten Syndrom der unruhigen Beine ("Restless legs") angewendet werden.

Üblicherweise wird Benserazid in Salzform als Benserazidhydrochlorid angewendet(25 mg Benserazid entspricht 28,5 mg Benserazidhydrochlorid).

"Levodopa+Benserazidhydrochlorid? ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.

1.2.Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?

Die Wirkstoffkombination Levodopa und Benserazid gibt es üblicherweise als

- Tabletten/Hartkapseln oder Kapseln enthaltend 12,5 mg, 25 mg oder 50 mg Benserazid (als Benserazidhydrochlorid) und 50 mg, 100 mg oder 200 mg Levodopa.

- Retardkapseln enthaltend 25 mg Benserazid (als Benserazidhydrochlorid) und 100 mg Levodopa.

Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.

1.3.Die Wirkstoffkombination Levodopa und Benserazid wird angewendet

- zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung, eine Erkrankung mit grobschlägigem Zittern, Bewegungsverlangsamung und Starre der Muskeln),

- zur Behandlung von Krankheitserscheinungen, die der Parkinson-Krankheit entsprechen, aber infolge von Vergiftungen, Hirnentzündungen und arteriosklerotischen Hirngefäßveränderungen auftreten (symptomatische Parkinson-Syndrome). Ausgenommen hiervon sind Parkinson-ähnliche Krankheitserscheinungen, die durch bestimmte Arzneimittel ausgelöst werden (medikamentös induzierte Parkinson-Syndrome),

- zur Behandlung des Syndroms der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom) unbekannter Ursache,

- zur Behandlung des Syndroms der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom), das infolge dialysepflichtiger Einschränkung der Nierenfunktion entstehen kann.

Hinweis: Vor der Behandlung ist abzuklären, ob die Restless-Legs-Beschwerden auf einen Eisenmangelzustand zurückzuführen sind. Dieser sollte dann durch eine geeignete Eisensubstitution behandelt werden.

2.Was müssen Sie vor der Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? beachten?

2.1."Levodopa+Benserazidhydrochlorid? darf nicht eingenommen werden,

- wenn Sie allergisch gegen Levodopa, Benserazid oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

- von Patienten unter 25 Jahren,

- wenn Sie an einer schweren Funktionsstörung bestimmter hormonbildender Organe leiden, wie z.B. an einer Überfunktion der Schilddrüse, an einem zu hohen Cortisolspiegel im Blut (Cushing Krankheit) oder an einem Tumor der Nebenniere,

- wenn Sie eine schwere Herzerkrankung haben wie z.B. eine schwere Störung der Herzschlagfolge (Herzrasen), schwere Herzrhythmusstörungen und Herzversagen,

- wenn Sie eine schwere Stoffwechsel-, Leber-, Nieren- oder Knochenmarkserkrankung haben,

- wenn bei Ihnen eine schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankung vorliegt,

- bei bestimmten Geisteskrankheiten (Psychosen), die körperlich oder nicht körperlich begründbar sind,

- wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck, die den Wirkstoff Reserpin enthalten, einnehmen,

- wenn Sie gleichzeitig mit einem nicht-selektiven MAO-Hemmer (einem Arzneimittel gegen Depressionen, das den Wirkstoff Tranylcypromin enthält, oder einer Kombination eines MAO-A-Hemmers (einem Arzneimittel gegen Depressionen, das den Wirkstoff Moclobemid enthält) und eines MAO-B-Hemmers (einem Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, das den Wirkstoff Selegilin oder Rasagilin enthält) behandelt werden bzw. während der letzten 14 Tage behandelt wurden,

- bei erhöhtem Augeninnendruck (Engwinkelglaukom),

- wenn Sie schwanger sind,

- oder wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind und keine wirksamen Maßnahmen zur Empfängnisverhütung treffen.

2.2.Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? ist erforderlich

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? ist erforderlich,

- wenn bei Ihnen während der Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? übermäßige Müdigkeit am Tage oder sogar plötzliche, unerwartete Schlafattacken auftreten.

- wenn Sie von einem Arzneimittel, das nur den Wirkstoff Levodopa enthält, auf "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? umgestellt werden. Sie müssen dann die Einnahme dieses Arzneimittels 12 Stunden vor Beginn der Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? beenden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Betreuer bemerken, dass Sie einen Drang oder ein Verlangen entwickeln, sich in einer für Sie ungewöhnlichen Weise zu verhalten, und Sie dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden können. Dies nennt man Impulskontrollstörungen und dazu gehören Verhaltensweisen wie zum Beispiel Spielsucht, übermäßiges Essen oder Geldausgeben, ein abnorm starker Sexualtrieb oder eine Zunahme sexueller Gedanken oder Gefühle. Ihr Arzt muss dann möglicherweise Ihre Behandlung überprüfen.

Besondere Vorsicht bei der Behandlung von Restless-Legs-Syndrom ist erforderlich, wenn Sie unter einem stärker ausgeprägten Restless-Legs-Syndrom leiden und diese Wirkstoffkombination (Levodopa und Benserazid) in höheren Dosierungen benötigen als im Abschnitt 3 angegeben. Wenn sich in diesem Fall Ihre Beschwerden weiter verschlimmern oder früher am Tage einsetzen, sollte die Behandlung mit Levodopa und Benserazid beendet werden.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt sind notwendig,

- wenn Sie früher einmal einen Herzinfarkt hatten,

- wenn Sie unter unregelmäßiger Herzschlagfolge oder einer Minderdurchblutung der Herzkranzadern oder Herzversagen leiden,

- wenn Sie früher einmal Magen-Darm-Geschwüre hatten,

- wenn bei Ihnen eine verringerte Knochenfestigkeit vorliegt,

- wenn Sie grünen Star mit weitem Kammerwinkel (Weitwinkelglaukom) haben,

- wenn Sie Diabetiker sind.

Außerdem sind in regelmäßigen Abständen Untersuchungen der Leber, der Nieren, des Herzens und des Blutbildes notwendig. Es ist daher wichtig, dass Sie die Kontrolluntersuchungen, die Ihr Arzt mit Ihnen verabredet, unbedingt einhalten.

Bei Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? kann es zu Kreislaufbeschwerden infolge eines zu niedrigen Blutdrucks kommen. Diese Beschwerden verschwinden oder bessern sich in der Regel nach einer Verringerung der Dosis von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid?. Wenn Sie älter sind, wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel zur Behandlung eines Bluthochdrucks oder andere Arzneimittel einnehmen, die den Blutdruck senken können, oder wenn Sie bereits unter Kreislaufbeschwerden infolge eines zu niedrigen Blutdrucks leiden, sollten Sie besonders zu Beginn der Behandlung oder bei Dosissteigerungen von Ihrem Arzt sorgfältig überwacht werden.

Es ist daher wichtig, dass Sie die Kontrolluntersuchungen, die Ihr Arzt mit Ihnen verabredet, unbedingt einhalten.

Eine kleine Untergruppe von Parkinson-Patienten kann unter Störungen der Wahrnehmung und des Verhaltens leiden, wenn "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? entgegen dem medizinischen Rat weit über den zur Behandlung der motorischen Störungen erforderlichen Dosen eingenommen wurde.

Nach langjähriger Behandlung mit Arzneimitteln, die die gleichen Wirkstoffe wie "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? enthalten, kann ein plötzliches Absetzen von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? zu Entzugserscheinungen führen (sogenanntes malignes Levodopa-Entzugs-Syndrom). Dabei können sehr hohes Fieber, Muskelsteife und seelische Auffälligkeiten auftreten. In schweren Fällen kann es auch zur Ausscheidung von Muskeleiweiß im Urin (Myoglobinurie), zur Auflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), zu akutem Nierenversagen oder zu einer vollständigen Bewegungsstarre kommen. Diese Zustände sind lebensbedrohlich. Verständigen Sie in solch einem Fall sofort den nächsterreichbaren Arzt!

Besonders zu Beginn der Behandlung können Magen-Darm-Beschwerden wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten. Durch die Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? mit etwas Nahrung oder Flüssigkeit oder durch langsamere Dosissteigerung können diese Beschwerden weitgehend vermindert oder vermieden werden.

Bei längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung kann es zu unwillkürlichen Bewegungen kommen. Diese Störungen verschwinden oder bessern sich in der Regel nach einer Verringerung der Dosis.

Es wurde beobachtet, dass Patienten mit Parkinson-Krankheit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein höheres Risiko haben, schwarzen Hautkrebs zu entwickeln. Es ist nicht bekannt, ob das erhöhte Risiko der Parkinson-Krankheit selbst oder anderen Faktoren, wie z.B. der Behandlung mit Levodopa, zuzuschreiben ist. Deshalb sollten Sie bei einer Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? Ihre Haut regelmäßig auf verdächtige Veränderungen hin untersuchen und regelmäßige Hautuntersuchungen durch geeignete Fachkräfte (z.B. Hautärzte) durchführen lassen.

Hinweis für die Angehörigen Bei einer Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? kann es zu krankhaft-traurigen Verstimmungen (Depressionen) kommen, insbesondere dann, wenn bereits früher einmal Hinweise auf solche Störungen vorlagen. Depressionen können jedoch bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit auch Teil des Krankheitsbildes sein. Achten Sie deshalb besonders auch auf die seelische Verfassung des Patienten, um Depressionen frühzeitig zu erkennen. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an den behandelnden Arzt.

2.2.a) Kinder

Die Anwendung von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.

2.2.b) Ältere Patienten

Es sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.

2.2.c) Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie dürfen "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? in der Schwangerschaft nicht einnehmen, da keine Erfahrungen aus Untersuchungen mit schwangeren Frauen vorliegen und in Tierversuchen für beide Wirkstoffe von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? Schädigungen des Ungeborenen beobachtet wurden. Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? eine sichere Methode zur Empfängnisverhütung anwenden. Falls Sie dennoch schwanger werden oder vermuten, schwanger zu sein, müssen Sie Ihren behandelnden Arzt aufsuchen. Dieser wird Sie anweisen, wie Sie die Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? beenden müssen.

2.2.d) Stillzeit

Sie dürfen während der Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? nicht stillen. Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt werden.

2.2.e) Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Die Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? kann in seltenen Fällen übermäßige Müdigkeit am Tage und plötzliche Schlafattacken verursachen. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, dürfen Sie so lange kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, mit denen Sie sich selbst oder andere dem Risiko schwerer Verletzungen aussetzen könnten, bis übermäßige Tagesmüdigkeit und Schlafattacken nicht mehr auftreten.

2.3.Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind zu beachten?

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

- Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (sogenannte MAO-Hemmstoffe): Bei gleichzeitiger Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? und Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Tranylcypromin kann es zu gefährlich erhöhtem Blutdruck kommen. Dies ist unter Umständen auch noch bis zu 2 Wochen nach Absetzen von Tranylcypromin möglich. In diesem Fall dürfen Sie "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? nicht einnehmen (siehe oben). Zwischen dem Absetzen von Tranylcypromin und dem Beginn der Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? muss daher ein Zeitraum von mindestens 2 Wochen liegen. Die gleichzeitige Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? und Moclobemid oder Selegilin bzw. Rasagilin gilt dagegen als unbedenklich.

- Eisensulfat (Arzneimittel zur Behandlung von Eisenmangelzuständen)

- Metoclopramid (Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und Bewegungsstörungen des oberen Magen-Darm-Kanals)

- Trihexyphenidyl (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung)

- Domperidon (Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen): Bei Parkinson-Patienten wurde gezeigt, dass durch gleichzeitige Einnahme von Levodopa und Domperidon der Wirkstoff Levodopa im Blut erhöht sein kann. Möglicherweise kann sich durch die gleichzeitige Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? und Domperidon das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Die Wirkung von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? kann durch die folgenden Arzneimittel vermindert werden:

- Arzneimittel zur Behandlung von sehr starken Schmerzen (Opioide)

- Arzneimittel mit dem Wirkstoff Reserpin zur Behandlung des Bluthochdrucks. In diesem Fall dürfen Sie "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? nicht einnehmen.

- Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Störungen (Neuroleptika).

Die Wirkung von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? kann durch die folgenden Arzneimittel verstärkt werden:

- Arzneimittel mit dem Wirkstoff Selegilin (zur Behandlung der Parkinson-Krankheit).

Die Wirkung der folgenden Arzneimittel kann durch die gleichzeitige Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? verstärkt werden:

- Arzneimittel, die gegen zu niedrigen Blutdruck, bei Kreislaufversagen, bei unregelmäßigem Herzschlag, als Wehenhemmer und bei Krämpfen der unteren Luftwege angewendet werden (sogenannte Sympathomimetika): die Wirkung von Sympathomimetika kann verstärkt werden. Die gleichzeitige Einnahme wird deshalb nicht empfohlen.

- Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks (sogenannte Antihypertensiva): die Wirkung von Antihypertensiva kann verstärkt werden und das Risiko von Blutdruckabfällen ist dadurch erhöht. Der Blutdruck muss deshalb regelmäßig kontrolliert werden (siehe oben). Falls erforderlich, wird Ihr Arzt die Dosis von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? und/oder des Antihypertensivums anpassen.

Es ist möglich, "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen die Parkinson-Krankheit (z.B. Dopaminagonisten, Amantadin, Anticholinergika, Selegilin, Bromocriptin) einzunehmen. Dabei können jedoch sowohl die erwünschten als auch die unerwünschten Wirkungen der Behandlung verstärkt werden und es kann eventuell notwendig sein, dass Ihnen Ihr Arzt eine geringere Dosis an "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? oder des anderen Arzneimittels verschreibt. Wenn eine unterstützende Behandlung mit einem Arzneimittel begonnen wird, das den Wirkstoff Entacapon enthält, kann ebenfalls eine Dosisverminderung von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? erforderlich werden.

Falls bei Ihnen eine Narkose erforderlich wird, müssen Sie den Narkosearzt frühzeitig über die Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? informieren. Er wird entscheiden, ob "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? vor dem Eingriff abgesetzt werden muss. Sie können die Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? nach der Narkose wieder fortsetzen. Die Dosis wird dann von Ihrem Arzt stufenweise an Ihre vorherige Dosis angepasst.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid?, wenn bei Ihnen Laboruntersuchungen durchgeführt werden (z.B. Nachweis von Harnzucker oder Ketonen im Urin). Durch die Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? können einzelne Messungen verändert werden.

2.4.Woran ist bei Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu denken?

Die gleichzeitige Einnahme einer eiweißreichen Mahlzeit kann zu einer geringeren Aufnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? in Magen und Darm führen.

3.Wie ist "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? einzunehmen?

3.1.Art und Dauer der Anwendung

Wenn Sie die Tabletten oder Kapseln während einer Mahlzeit einnehmen, die viel Eiweiß enthält, wird die Aufnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? im Magen-Darm-Kanal vermindert.

Hartkapseln/Retardkapseln sollen nur als Ganzes geschluckt werden und dürfen nicht gekaut werden.

Tabletten dürfen in der Regel geteilt werden, um den Patienten das Schlucken oder die Feindosierung zu erleichtern.

Manche Tabletten (siehe Herstellerinformation) können auch nach Suspendierung in Wasser eingenommen werden. Dazu lässt man sie in einem Glas Wasser zerfallen. Es bildet sich eine trinkbare Suspension, die sofort eingenommen werden soll.

3.1.a) Parkinsonsche Krankheit und Behandlung ähnlicher Beschwerden

Die Einnahme der Tabletten erfolgt unzerkaut am besten 30 Minuten vor oder 1 Stunde nach den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit und Gebäck.

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt. "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? wird in der Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen (es wird der körpereigene Wirkstoff Dopamin ersetzt). Die Anwendung ist bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt.

Levodopa und Benserazid ersetzen den körpereigenen Botenstoff Dopamin, der von den Körperzellen nicht mehr ausreichend produziert wird. Die Behandlung mit ist deshalb eine Langzeitbehandlung. Es kann eine mindestens dreimonatige Behandlung notwendig sein, damit Ihr Arzt den Behandlungserfolg beurteilen kann. Häufigkeit der Anwendung: Verteilen Sie Ihre Tages-Dosis zu Beginn der Behandlung auf 1 bis 4 Einnahmen pro Tag, später dann auf mindestens 4 Einnahmen pro Tag.

3.1.b) Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine)

Die Einnahme von Tabletten oder retardierten Hartkapseln erfolgt unzerkaut 1 Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen mit etwas Flüssigkeit und Gebäck.

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt. Ihr Arzt wird die Notwendigkeit der Anwendung von Zeit zu Zeit kritisch überprüfen.

3.2.Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach der Schwere Ihrer Erkrankung und wie gut Sie "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? vertragen. Die Einnahmemenge wird von Ihrem Arzt für jeden Patienten anders festgelegt. Sie dürfen daher keinesfalls die Einnahmemenge eigenmächtig ändern.

Soweit nicht anders verordnet, gelten die folgenden Behandlungsgrundsätze.

Die Behandlung erfolgt langsam einschleichend, um das Ausmaß der Nebenwirkungen gering zu halten und einen möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

3.2.a) Parkinsonsche Krankheit und Behandlung ähnlicher Beschwerden

Bei bisher unbehandelten Kranken wird mit einer Tages-Dosis von 100 mg bis 200 mg Levodopa in Kombination mit 25 mg bis 50 mg Benserazid begonnen. Eine Dosissteigerung kann 50 mg bis 100 mg Levodopa und 12,5 mg bis 25 mg Benserazid jeden 3. bis 7. Tag vorgenommen werden. Tagesdosen von 800 mg Levodopa und 200 mg Benserazid sollen in der Regel nicht überschritten werden.

Anfangs wird die Tageseinnahme auf 1 bis 2 einzelne Einnahmen verteilt, später auf mindestens 3 bis 4 Einzeleinnahmen. Wenn Sie unter schwerwiegenden Schwankungen Ihrer Beweglichkeit während des Tages leiden (sogenannte "ON-OFF?- Phänomene), sollten Sie öfter am Tag geringe Einzelmengen einnehmen. Gegebenenfalls wird Ihr Arzt die Behandlung auch auf eine retardierte Darreichungsform umstellen. Wenn die notwendige und verträgliche Erhaltungs-Dosis pro Tag erreicht ist, kann eine Umstellung auf Retardkapseln entsprechender Wirkstärke erfolgen.

Bei Auftreten von Nebenwirkungen wird die Einnahmemenge eventuell verringert. Eine mögliche spätere Erhöhung wird daraufhin langsamer vorgenommen. Bei Übelkeit und Brechreiz können entsprechende Arzneimittel (Antiemetika, z.B. Domperidon) verabreicht werden.

Bei der Umstellung von einem reinen Levodopa-Arzneimittel ist zu berücksichtigen, dass zur Erreichung vergleichbarer erwünschter Wirkungen mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? (Kombination aus Levodopa und Benserazid) nur etwa 20% der bisherigen Anwendungsmenge von Levodopa benötigt werden. Dabei ist ein Zeitraum von 12 Stunden einzuhalten, in dem weder das alte noch das neue Arzneimittel eingenommen wird.

3.2.b) Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine)

Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad des Restless-Legs-Syndroms, wobei die optimale Dosis durch einschleichende, individuelle Dosierung zu ermitteln ist. Die Tageshöchst-Dosis 200 bis 300 mg Levodopa plus 50 bis 75 mg Benserazid nicht überschreiten.

3.2.b.1.Einschlafstörungen

Die Behandlung der Symptome der Einschlafstörungen wird zunächst mit der Einnahme einer Tablette der Wirkstärke 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid begonnen. Bei weiter bestehenden Symptomen kann die Dosis auf zwei Tabletten erhöht werden.

3.2.b.2.Einschlafstörungen und zusätzliche Schlafstörungen im Laufe der Nacht

Die Behandlung der Restless-Legs-Beschwerden bzw. Schlafstörungen im Laufe der Nacht neben Einschlafstörungen erfolgt in Kombination der Tabletten mit den Retardkapseln, die das Arzneimittel verzögert freisetzen. Es wird eine Retardkapsel mit 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid zusammen mit einer Tablette (ebenfalls 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid) eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen eingenommen.

Sofern sich dadurch die Beschwerden in der zweiten Nachthälfte nicht ausreichend bessern lassen, kann die Dosis der Retardkapseln auf zwei retardierte Kapseln mit 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid erhöht werden.

Bei Patienten mit mäßigen Leberfunktionsstörungen oder mit leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

3.3.Wenn Sie eine größere Menge "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine Einzelgabe von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? versehentlich doppelt einnehmen, hat dies keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d.h., Sie nehmen "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? danach so ein, wie sonst auch.

Bei Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kann es zu den unter "Nebenwirkungen" genannten Krankheitszeichen kommen. Rufen Sie bei Auftreten bedrohlicher Krankheitszeichen den nächsterreichbaren Arzt zu Hilfe!

Die Behandlung orientiert sich an der allgemeinen Vorgehensweise bei Überdosierungen unter besonderer Beachtung der Herz- und Kreislauffunktion.

3.4.Wenn Sie die Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? vergessen haben

In der Regel führt eine einmalig vergessene Anwendung zu keinen Krankheitsanzeichen. Die Einnahme wird unverändert weitergeführt, d.h., eine am Tag zuvor vergessene Einnahme wird nicht nachgeholt. Beachten Sie aber bitte, dass "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmäßig eingenommen wird!

3.5.Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? abgebrochen wird

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung infrage kommen. Setzen Sie "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? nicht eigenmächtig ab, da sonst nach kurzer Zeit die Ihnen bekannten Krankheitszeichen wieder auftreten!

4.Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten

- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten

- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten

- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden

4.1.Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen bei der Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? ist nicht bekannt.

Mögliche Nebenwirkungen:

- Schnupfen, Bronchitis, fieberhafte Infektionen

- Verminderung der Zahl der Blutplättchen, der weißen und der roten Blutkörperchen

- verminderter Appetit

- Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen nach Einnahme von "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? in Dosierungen, die weit über der erforderlichen Dosis liegen

- Verwirrtheit, innere Unruhe, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen, Störungen des Zeitgefühls

- krankhaft-traurige Verstimmungen (Depressionen), die jedoch bei der Parkinson-Krankheit auch Teil des Krankheitsbildes sein können

- Geschmacksverlust, geändertes Geschmacksempfinden, unwillkürliche Bewegungen bei längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung, schwerwiegende Schwankungen in der Beweglichkeit nach längerer Behandlungsdauer, Müdigkeit, übermäßige Müdigkeit am Tage, plötzliche Schlafattacken, Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit

- unregelmäßiger Herzschlag

- niedriger Blutdruck, der dazu führt, dass Ihnen schwindelig wird oder Sie ohnmächtig werden

- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, besonders zu Beginn der Behandlung, Verfärbungen von Speichel, Zunge, Zähnen und Mundschleimhaut

- Erhöhung bestimmter Leberenzymwerte, wie der Lebertransaminasen, der alkalischen Phosphatase und der ?-Glutamyltransferase

- Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z.B. Juckreiz und flüchtige Hautrötung

- Erhöhung der Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut, Urinverfärbung (meist eine leichte Rotfärbung, die sich bei längerem Stehenlassen dunkel färbt)

Psychische Störungen wie innere Unruhe, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen und Störungen des Zeitgefühls können insbesondere bei älteren Patienten auftreten oder wenn bereits früher einmal Hinweise auf solche Störungen vorlagen.

Es könnte sein, dass Sie folgende Nebenwirkungen bemerken:

Die Unfähigkeit, dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden können; dazu gehören:

- Spielsucht, ohne Rücksicht auf ernste persönliche oder familiäre Konsequenzen,

- Verändertes oder vermehrtes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie oder andere stark - beunruhigt, z.B. ein verstärkter Sexualtrieb,

- Unkontrolliertes maßloses Einkaufen oder Geldausgeben,

- Essattacken (Verzehr großer Nahrungsmittelmengen innerhalb kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (Verzehr größerer Nahrungsmengen als normal und über das Sättigungsgefühl hinaus).

4.2.Welche Gegenmaßnahmen sind beim Auftreten von Nebenwirkungen zu ergreifen?

Die für den Behandlungsbeginn typischen Erscheinungen (Appetitminderung, Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksstörungen) sind in der Regel durch Verminderung oder langsamere Steigerung der Anwendungsmenge und ggf. durch ein Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetikum) zu beherrschen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.

Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.

5.Wie ist "Levodopa+Benserazidhydrochlorid? aufzubewahren?

Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht.

Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

6.Quelle und Bearbeitungsstand

Information der SCHOLZ Datenbank auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten

Copyright by ePrax GmbH, München; Mai 2016 (6)

Scholz Eprax